mealleZum Internationalen Frauentag 2025 wurde mein Gemälde Vision mit dem Frauentag Kunstpreis 2025 ausgezeichnet. Diese Anerkennung, die im Rahmen des Singulart Open Calls verliehen wurde, verbindet historischen Tiefgang mit zeitgenössischem politischen Engagement und verleiht meiner Arbeit eine zusätzliche Dimension. In diesem Artikel erzähle ich, wie mein Werk entstanden ist, welche historische Inspiration dahintersteckt und warum es gerade im Kontext von Marginalisierung und Frauenpower von aktueller Relevanz ist..

Historische Wurzeln: Carpeaux und „Pourquoi naître esclave?“

Die Ursprungsinspiration für Vision stammt von Jean-Baptiste Carpeaux’ Marmorbüste aus dem Jahr 1868 mit dem Titel Pourquoi naître esclave? („Warum als Sklavin geboren?“).
Carpeaux, ein französischer Bildhauer des 19. Jahrhunderts, schuf dieses Werk in einer Epoche, in der europäische Künstler*innen Menschen aus kolonialisierten Regionen exotisierten und marginalisierten. Die Büste zeigt eine versklavte Frau, deren ausdrucksstarkes Antlitz und Körperhaltung sowohl die brutalen Bedingungen als auch eine unerwartete Empathie für die Unterdrückten widerspiegeln. Diese Ambivalenz – einerseits Ausdruck kolonialer Macht, andererseits ein Aufruf zur Befreiung – bildet den Grundstein für mein Gemälde.

Meine persönliche Faszination und der Weg zu Vision

Als ich zufällig auf eine Abbildung von Pourquoi naître esclave? stieß, hat mich die Intensität der Skulptur sofort überwältigt. Besonders die angedeutete Spannung in den Schultern und der eindringliche Gesichtsausdruck, der Schmerz, Wut und Würde zugleich ausdrückt, haben mich tief berührt.

Daraus entstand die Idee, ein Portrait meiner Museumsreplik zu schaffen, die diese innere Zerrissenheit nicht nur einfängt, sondern neu interpretiert. Vision legt das koloniale Erbe offen und stellt gleichzeitig die Selbstbestimmung der Dargestellten in den Vordergrund. Die markante, tiefblaue Kopfbedeckung – angelehnt an traditionelle afrikanische Tücher – symbolisiert Widerstand und kulturelles Erbe und macht das Werk zu einem starken Statement im Rahmen des Frauentag Kunstpreis 2025.

Vision ist Teil meiner Reihe Patterns, die bisher nur das Werk Justice beinhaltet. Durch den Einsatz von Ornamenten und Mustern schaffe ich einen Dialog zwischen historischer Last und neuer Kraft – zwischen Fremdzuschreibung und Selbstbehauptung.

Kolonialismus, Sklaverei und Neofeudalismus

Obwohl Sklaverei heute offiziell verurteilt wird, bleibt dieses Thema in veränderter Form aktuell. Moderne Formen von Versklavung und Ausbeutung existieren in vielen Teilen der Welt und spiegeln sich in einem wachsenden Neofeudalismus wider. Menschen geraten in ökonomische Abhängigkeiten, die oft kaum von historischer Leibeigenschaft zu unterscheiden sind.

Mit Vision wollte ich ein Zeichen setzen: Die erhobene, grimmig blickende versklavte Frau wird zum Sinnbild des Widerstands gegen gesellschaftliche Zwänge. Das Gemälde fragt unmissverständlich: „Warum in Unfreiheit geboren werden – und warum diese Zustände weiterhin ertragen?“ Dieses Statement fügt sich nahtlos in die Thematik des Singulart Frauentag Kunstpreis 2025 ein, der nicht nur künstlerische Exzellenz, sondern auch gesellschaftliche Relevanz honoriert.

Das Zitat von Louise Bourgeois und die politische Dimension von Vision

Die Jury von Singulart orientierte sich bei ihrem Open Call am kraftvollen Motto von Louise Bourgeois:

„Ein Künstler kann Dinge zeigen, die andere sich nicht zu äußern trauen.“

Zwar hatte ich Bourgeois’ Zitat ursprünglich nicht im Blick, doch der Wettbewerb verlieh ihm eine neue, zusätzliche Bedeutung. In Vision verschmilzt die historische Last der Kolonialzeit mit der aktuellen Forderung nach Emanzipation und politischer Sichtbarkeit – gerade an einem Tag wie dem Internationalen Frauentag. Dieses Zusammenspiel macht den Frauentag Kunstpreis 2025 nicht nur zu einer Anerkennung meiner Arbeit, sondern auch zu einem politisch bedeutsamen Statement.

Internationaler Frauentag, Marginalisierung und gesellschaftliche Verantwortung

Der Internationale Frauentag steht für mich weit über den Kampf um Gleichberechtigung hinaus. Er ist ein Symbol der Sichtbarmachung all jener, die in unserer Gesellschaft marginalisiert werden – sei es aufgrund von Geschlecht, Hautfarbe, sozialem Status oder kulturellem Hintergrund.

Parallel zu Vision arbeite ich an einem internationalen Videoprojekt im Auftrag des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), das sich explizit mit der Marginalisierung von Künstlerinnen auseinandersetzt. Diese Projekte zeigen, dass der Kampf gegen marginalisierte Strukturen nicht nur historisch, sondern auch aktuell und global geführt wird. Der Frauentag Kunstpreis 2025 verkörpert genau diesen Spagat zwischen künstlerischer Vision und gesellschaftlicher Relevanz.

Mein Weg zum Singulart-Erfolg: Ein persönlicher Rückblick

Die Anerkennung von Vision im Rahmen des Frauentag Kunstpreis 2025 ist ein bedeutender Meilenstein in meiner künstlerischen Laufbahn. Singulart verbindet Künstler*innen, Sammler*innen und Kunstliebhaber*innen weltweit – und genau an einem solchen Tag, der für Frauenrechte und Selbstbestimmung steht, wird meine Arbeit gewürdigt.

Diese Auszeichnung bestärkt mich, auch weiterhin politisch motivierte Themen aufzugreifen. Kunst ist für mich kein bloßes Dekorationsobjekt, sondern ein Werkzeug, um gesellschaftliche Debatten anzustoßen und bestehende Machtstrukturen infrage zu stellen.

Mehr zu Marginalisierung und neuen Projekten

Mit Vision habe ich einen historischen Kontext aufgegriffen und neu interpretiert – ein Thema, das in vielen meiner Arbeiten immer wiederkehrt. In den kommenden Artikeln werde ich noch intensiver auf die Marginalisierung von Künstlerinnen eingehen und Einblicke in mein Videoprojekt für das KIT geben.
Der Frauentag Kunstpreis 2025 ist dabei nur ein Baustein in einem größeren Diskurs: Der Kampf um Gleichberechtigung, Emanzipation und die Auflösung starrer Rollenbilder.

Schlussgedanken zu Vision

Vision steht für Aufbruch, Würde und den unerschütterlichen Willen, sich nicht in Ketten legen zu lassen – seien es koloniale, patriarchale oder moderne Machtstrukturen. Dass dieses Gemälde nun im Rampenlicht des Frauentag Kunstpreis 2025 steht, unterstreicht, wie wichtig es ist, diese Diskussionen fortzuführen.

Mehr zu meiner Arbeit findet Ihr auf meiner Webseite und auf Singulart