Institutionelle Investoren bewerten Immobilien nach dem, was sie theoretisch erwirtschaften könnten – nicht nach dem, was sie sind. Klicken Sie auf ein Szenario.
Die Fläche steht leer. In der Bilanz wird sie mit der theoretisch erzielbaren Marktmiete bewertet.
Ein:e Künstler:in mietet die Fläche für 8 €/m². Der reale Mietvertrag fließt in die Bewertung ein.
Die Fläche ist leer – aber die Bilanz ist intakt. Der Gutachter bewertet nach „Highest and Best Use": Was könnte die Fläche theoretisch einbringen? Antwort: 25 €/m² (Berliner Büro-Durchschnitt). Der Fair Value bleibt bei 3,75 Mio. €. Kein Abschreibungsbedarf, keine unangenehmen Fragen vom Wirtschaftsprüfer. Der Fondsmanager behält seinen Bonus.
Vermietung an Künstler vernichtet Buchgeld.
Leerstand schützt die Bilanz.
Dies betrifft kapitalmarktorientierte Eigentümer, die nach IFRS bilanzieren – Fondsgesellschaften, börsennotierte Konzerne, internationale Investoren. Kleine Privatvermieter (HGB) sind von dieser Dynamik nicht betroffen.
Infografik: krautART ARTblog · Quellen: IAS 40, IFRS 13, Colliers Berlin Q3/2025