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Ausstellungsplakat Sept. 2020, Berlin © Studio Lindhorst-Emme

Nils Kasiske im Raum für drastische Maßnahmen – pünktlich zur Berlin Art Week – mit der Ausstellung Sorry Not Sorry, kuratiert von Ana Baumgart.

  • Vernissage, 11. September 2020, ab 19 Uhr
  • Ausstellung, 12. – 26. September 2020
  • Öffnungszeiten während der Ausstellung: Do, 17 – 20 Uhr, Sa, 14 – 17 Uhr
  • und nach Vereinbarung unter: besuch [at] rpunkt.org

Die Arbeiten von Nils Kasiske sind pointierte Kommentare zu Politik, Zeitgeist und Populärkultur. Als kritischen Künstler sieht er
sich dennoch nicht. Kritik in der Kunst ist zu einer systemimmanenten Sinnlosigkeit verkommen, die nur noch der
Selbstvergewisserung und Positionierung in der eigenen Bubble dient oder kraftlos durch socialmedia und Feuilletons wabert. In
der Ausstellung „Sorry not Sorry“ konfrontiert Kasiske den Kunstmarkt mit seinen unvermeidlichen Protagonisten.

The Raum für drastische Maßnahmen is – just in time for the Berlin Art Week – host of the exhibition Sorry Not Sorry by artist Nils Kasiske, curated by Ana Baumgart.

  • opening, 11 September 2020, starts at 7pm
  • exhibition 12 – 26 September 2020
  • opening hours during the exhibition: Thu 5 – 8 pm, Sat 2 – 5 pm
  • and by appointment: besuch [at] rpunkt.org

The works of Nils Kasiske are incisive comments on politics, the zeitgeist and popular culture. Yet he does not see himself as a
critical artist. Criticism in art has degenerated into a pointlessness inherent in the system, feebly drifting through social media
and feature sections, serving only to affirm its position in its own bubble. In the exhibition SORRY NOT SORRY, Kasiske confronts
the art market with its inevitable protagonists.

Atelieransicht Nils Kasiske, Sept. 2020, Hamburg © Davis Esch

Atelieransicht Nils Kasiske, Sept. 2020, Hamburg © Davis Esch

Künstler mit Grill „Kritik”, Sept. 2020, Hamburg © Davis Esch

Location:

Raum für drastische Maßnahmen e. V.   |   Oderstr. 34   |   10247 Berlin

 

OpenStreetMap Raum für drastische Maßnahmen e.V., Oderstr. 34, 10247 Berlin

Über den Künstler Nils Kasiske

Nils Kasiske ist Künstler und Illustrator aus Hamburg. Er studierte Literaturwissenschaft und Medienkultur und auf Einladung von
Christa Näher ein Gastsemester Kunst am Städel in Frankfurt. Nils Kasiske hält Künstler für eine der am leichtesten zu
korrumpierenden Berufsgruppen, wobei wir an dieser Stelle nicht verraten wollen, ob und inwiefern das auch für ihn persönlich gilt
oder wie er dazu steht.

2016 lud Nils Kasiske unter dem Titel „Welcome – enjoy inequality“ in die diplomatische Vertretung der Republik Libertaki in
Hamburg. Die aus zwei getrennten Räumen mit separaten Eingängen bestehende Galerie Raum Linksrechts war rechts nur mit
Visum zu betreten. Der linke Raum war ohne Zugangsbeschränkung und leer, bis auf eine Bank und einen Fernseher. Während rechts
postkoloniale Cocktails wie der white supremacy Klassiker Martini als dirty Version ausgeschenkt wurden und sich ein paar
Hamburger Musikcelebreties am Tresen an menschlichen Fingern aus Rote Beete Panacotta labten, konnten die Visa-losen links nur
eine Liveübertragung sehen, auf der ein Liveticker lief, mit Auszügen aus Feuilleton Texten über politische Kunst. Von draußen war
der rechte Raum mit Stachel- und Natodraht gesichert, hinter dem Zaun flackerten Neonröhren „Welcome“.

Im vergangenen Jahr baute Nils Kasiske mit Jackson Mubiru, der den ersten Skatepark Ostafrikas in einem kleinen Ghetto im
Nordosten Kampalas, Uganda gebaut hat, einen Kunstfußballplatz mit Toren als Skulpturen und and die Umgebung angepassten
Feldmarkierungen.

Seit er 2015 auf Einladung von Yalla! Khartoum ein paar Wochen im Sudan verbrachte pflegt er intensive Freundschaften zu
Kollegen in Ostafrika, insbesondere In den Sudan, Uganda und Äthiopien, dort drehte er im vergangenen November einen
Dokumentarfilm mit dem deutsch-sierra-leonischen Musiker Patrice über den Künstler und Environmental Activist Yayehirad Gezu,
der im Zentrum von Addis Ababa eine Farm gebaut hat.

Zur Homepage von Nils Kasiske

Über den Raum für drastische Maßnahmen

Der Raum für drastische Maßnahmen e.V. versteht sich als Raum der Vermittlung zwischen der künstlerischen Idee und ihrer
Verwirklichung sowie als Brücke zwischen Kultur und Alltag. Wir bieten bildenden Künstlern und Künstlerinnen wie auch anderen
Kulturschaffenden die Möglichkeit, ihre Arbeiten zu präsentieren und auf diese Weise in einen Dialog mit der Öffentlichkeit zu treten.
Die Initiative ist im Frühjahr 2011 aus einem Friedrichshainer Freundeskreis hervorgegangen.
Drastisch bezieht sich vor allem auf eine radikale Offenheit. Dies bedeutet zunächst ein extensives Verständnis von der Kunst
selbst, von ihrer Freiheit abstrakt oder konkret, bedeutsam oder sinnentleert zu sein. Offenheit meint außerdem eine Entgrenzung
der Kunst innerhalb ihrer Disziplinen und Genres, aber auch das Transzendieren ihrer äußeren Grenzen, das Hineinragen der Kunst
in den Alltag. Im Einklang mit diesem Kunstbegriff möchte der „Raum für drastische Maßnahmen“ auch ein offener Sozialraum sein,
ein Ort transkultu- reller Begegnung und Interaktion, an dem die Grenzen zwischen Kunstschaffenden, Kunstkennern und Laien
gleichermaßen verwischen, wie jene zwischen „Szenezugehörigkeiten“ und Generationen an Bedeutung verlieren.

Zur Homepage des Raum für drastische Maßnahmen

About the Raum für drastische Maßnahmen

Raum für drastische Maßnahmen e.V. is a project founded in spring 2011. We consider ourselves as mediators between the artistic
idea and its realization and as a bridge between culture and everyday life. We offer artists the opportunity to showcase and share
their work and enter into dialogue with the public.
By saying “drastic” [“drastisch”], we refer particularly to an essential openness. First of all, this affects our understanding of art
itself, of its freedom to be abstract or concrete, meaningful or devoid of meaning. Openness also relates to a blurring of traditional
boundaries between art forms and the breakdown of barriers between art and daily life. In accordance with these ideas, Raum für
drastistische Maßnahmen wants to be a shared social space and a place of transcultural encounter and interaction.

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